Taschengeld

Hallo
Ich werde immer von Bekannten und Verwandten gefragt warum ich kein Taschengeld meinem Sohn zahle und er trotzdem glücklich ist. Ich wurde damals so erzogen das ich kein Taschengeld bekam und mir durch kleinere Jobs bei Nachbarn das klassische Rasenmähen, Unkrautzupfen, Einkaufengehen oder als Gesellschafterin fungierte. Da bekam ich dann immer ein paar Euronen für und meinem Sohn vermittle ich das auch so. Er gibt halt unsere Pfandflaschen ab, geht oft zum Nachbarn (ü80) und hilft diesem beim Einkaufen oder sie spielen Mädn zusammen, so kommt er in der Woche auf gute 10€ (+/-). Er ist damit zufrieden und glücklich, weil er es sich selbst verdient hat, sagt er. Macht ihr es auch so oder so ähnlich, oder gebt ihr einfach eure Euros so ab ohne eine Leistung zu erwarten/bekommen?

VlG Spagenmagd

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Ich finde Taschengeld sehr wichtig und möchte meinem kind sicherlich nicht vermitteln, das wenn es sich "nett" um den Nachbarn kümmert (Gesellschafterin? Krass.), immer Geld fließt.

Ich denke nicht,d as Kinder durch Taschengeld alleine den Umgang mit Geld lernen, da gehört viel mehr dazu....aber es ist eben eine Form von Eigenständigkeit.

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Unsere Kinder bekommen Taschengeld - anfangs wöchentlich, später monatlich.
Es ist uns wichtig, dass sie lernen, mit Geld umzugehen.
Sie müssen allerdings auch bestimmte Dinge vom Geld kaufen.

Wir haben zum Beispiel die Regel, dass sie die Geburtstags-/Weihnachtsgeschenke entweder selbst kaufen oder pro Geschenk eine Woche Taschengeld dazugeben. Je nachdem, was für sie die günstigere Variante ist.

Wenn ihnen das Taschengeld zu wenig ist, dann können sie es durch Nebenjobs aufbessern.

Für Hilfe bei uns im Haushalt bekommen sie nichts. Sie gehören zu dieser Familie wie alle anderen auch, da sehe ich es als Selbstverständlichkeit, dass sie helfen.

Den Grundgedanken hinter dem Geldverdienen kann ich vertehen, ich würde es aber trotzdem nicht so handhaben.

Was die Nachbarschaft angeht: Da braucht man Nachbarn, die da auch mitgehen.
Meine Patentochter hat im letzten Winter der halben Straße beim Schneeschaufeln geholfen. Es hatte echt viel geschneit und die Nachbarn sind teilweise nicht mehr so fit.
Da hat sie kein Geld bekommen. Entweder ein "Danke" oder eine Packung Haribo, Merci ...

Wenn unser Nachbarsjunge (guter Freund unseres Sohnes) ab und an bei uns irgendwo mit angepackt hat (Unkraut im Rindstein entfernen o. ä.) habe ich ihm auch nur Süßes gegeben und kein Geld.

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„ Wir haben zum Beispiel die Regel, dass sie die Geburtstags-/Weihnachtsgeschenke entweder selbst kaufen oder pro Geschenk eine Woche Taschengeld dazugeben. Je nachdem, was für sie die günstigere Variante ist“

Sie bezahlen ihre eigenen Geschenke? Oder wie darf ich das verstehen? Oder geht es um Geschenke für andere?

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Es geht um die Geschenke, die sie ihren Geschwistern und Paten machen.
Wenn sie dann zum Beispiel eine Playmobilfigur für 5 € verschenken, aber nur 1 € Taschengeld bekommen, dann geben sie uns diesen 1 € und wir Eltern bezahlen den Rest.
Das ist für uns ein guter Weg, dass es wirklich ihre Geschenke sind, aber sie es sich leisten können, bzw. ein vernünftiges Geschenk dabei herauskommt.

Gott bewahre, die eigenen Geschenke bekommen sie einfach so geschenkt!

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Ich finde ab einem gewissen Alter eigenes Taschengeld einfach super wichtig, um zu lernen mit Geld umzugehen, um ein Stück Unabhängigkeit zu erhalten,… und da finde ich braucht es für die Basis erstmal keine Gegenleistung. Sie sollen ja lernen, dass sich zusätzliche Leistung lohnt. Heißt, dazu verdienen geht natürlich trotzdem.

Wir haben diese kleinen Sachen (Rasenmähen, Hemden bügeln, etc.) also auch gemacht und dann etwas zusätzlich bekommen. Sei es Geld oder „Ich Mähe den Rasen, dafür bekomme ich das Meerschweinchenfutter bezahlt und muss es nicht von meinem Taschengeld besorgen.“

Später haben wir dann richtige Nebenjobs gemacht und da wurde uns auch nie im Gegenzug das Taschengeld oder die finanzielle Unterstützung im Studium gekürzt.

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Das war bei mir ähnlich. Das Taschengeld meiner Eltern war zwar echt wenig (an der Stelle einen dicken Kuss an Oma in den Himmel), aber obwohl mein Vater echt knickerig war (nicht wegen Omas Taschengeld, das wusste er gar nicht) und später beim Kostgeld (das sehe ich auch rückwirkend) ein echter Geier: an selbst verdientes Geld während der Schulzeit ging er nicht ran, förderte das Geldverdienen bei meiner Schwester sogar (du kannst am Samstag mit Kellnern, aber wenn auf der Veranstaltung ein Lehrer von dir ist und fragt, dann sag, du bist grad 16 geworden).

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Ich finde Taschengeld aus mehreren Gründen sehr wichtig und möchte das meinem Kind nicht verwehren.


"oder gebt ihr einfach eure Euros so ab ohne eine Leistung zu erwarten/bekommen? "
In meiner Anschauung ist Schule der (hauptsächliche) Job des Kindes und daher muss es sich nicht jede Kröte durch Extraarbeiten verdienen, sondern hat mMn einfach ein Anrecht auf TG. Das IST die Leistung, die das Kind jeden Tag absolviert.

Klar, wenn mit Großeltern, Nachbarn oä die Vereinbarung des Hinzuverdienens getroffen wird, ist das für mich völlig fein und ja ebenfalls ein sehr wertvoller Lerneffekt.

Aber meiner ganz eigenen Meinung nach steht Kindern ab einem gewissen Alter ein TG zu :)

Bearbeitet von JaneDoe
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Sehe ich ganz genauso wie du.
Die Schule ist der Job der Kinder und darauf gilt es sich zu konzentrieren. Wenn man bei Gelegenheit mal ein paar Euro dazu verdienen kann, ist es ja auch in Ordnung. Meine Kinder sind aber sehr hilfsbereit, den älteren Nachbarn gegenüber, ohne dafür auf Geld zu hoffen. Wenn sie möchten, können Sie auch mal die Pfandflaschen wegbringen und das Geld behalten. Finde auch, dass die Kinder ein Recht auf Taschengeld haben.

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An sich finde ich es okay, wie es bei euch läuft. Ich fände jedoch ein geringes Grundtaschengeld besser und sehe auch Gefahren bei eurem Verfahren.

Ich finde z.B. das die Motivation jemanden ohne Grund zu helfen bzw. ohne Gegenleistung alltägliche Dinge zu tun, gefährdet. Das kann (muss es natürlich nicht) dazu führen, dass dein Sohn z.B. dem Nachbarn nicht hilft, wenn nichts dafür rumspringt. Beim nächsten Mal, wenn der Geschirrspüler ausgeräumt werden muss, dann verlangt er erstmal Geld von euch. Warum sollte er etwas im Haushalt machen, wenn er für ähnliche Tätigkeiten Geld bekommt.

Ich kenne ein Kind, dass würde fortan bei allem im Haushalt diskutieren und nichts mehr ohne Geld machen. Das gleiche würde dieses Kind direkt auf die Schule übertragen. Keine Hausaufgabe ohne Bezahlung. Dieses Kind ist in diese Richtung jedoch anfällig, aber ich kann mir das auch bei "normaleren" Kindern vorstellen.

Meine Kinder haben hier schon öfters im Haus mitgeholfen (Beete umgraben, Unkraut zupfen, Laub fegen, Rasen mähen, Müll einsammeln, Schnee schaufeln, Gartenbänke aus dem Keller holen), dafür gab es nie eine Gegenleistung, da das einfach die Haustätigkeiten sind. Es handelt sich übrigens um Gemeinschaftsflächen, die durch alle Mitbewohner gepflegt werden sollen. Ich finde es wichtig, dass die Kinder einen Gemeinschaftssinn entwickeln, auch wenn es sich monetär nicht lohnt.

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Meine Tochter bekommt Taschengeld seit sie ein Schulkind ist. Erst wöchentlich, dann monatlich.
Hilfe im Haushalt wird nicht bezahlt.
Sie hat mit der Schule (9. Klasse Gymnasium, G8) und ihren Hobbies (Musikinstrument, Orchester, DLRG) genug zu tun.
Allerdings bekommt sie nicht alles "einfach so" bezahlt.
Gerade bei Kleidung zahle ich nur einen bestimmten Betrag X - den Rest muss sie vom Taschengeld dazugeben.
Auch Kinobesuch, Eis essen mit Freunden, etc. ist Sache vom Taschengeld

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Jeder so wie er es für richtig hält.

Meine Kinder bekommen seit sie 5 sind Taschengeld. Je Woche 1 €. Mit 7 gab es dann 2 €/Woche, mit 8 dann 3 € /Woche und seit er 9 ist bekommt der Große 15 € im Monat.

Süßigkeiten etc. bekommen sie in normalem Umfang gekauft. Muss es was spezielles sein, müssen sie die Differenz drauflegen oder es ganz selbst kaufen.
Meist sparen sie etwas und kaufen sich dann was.

Unsere Kleine ist fast 6 und kauft sich öfter mal ein Heft, oder vor kurzem ein Squishmallow Kuscheltier.

Vom Opa gibt es auch immer mal ne Kleinigkeit, wenn sie dort helfen.

Mein Sohn hat sich die Hälfte für sein Handy zusammengespart und den Rest haben wir drauf gelegt.

Ich finde es an sich einfach wichtig, dass Kinder eigenes Geld haben, ob das jetzt schon direkt selbst verdient sein muss (wir hätten hier gar keine Nachbarn, mit denen die Kinder Zeit verbringen können, die sind alle noch fit hier und jeder mäht hier selbst) oder eben Taschengeld ist dabei eigentlich ja egal. Wichtig finde ich nur, dass sie ein bestimmtes Budget haben und auch lernen, dass größere Anschaffungen dann eben erspart werden müssen und es länger dauert, wenn man sich ständig alles kauft, auf was man Lust hat.

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Meine Kinder bekommen Taschengeld.
Sie können sich immer entscheiden, ob es aufs Konto geht oder sie es bar wollen.
Da sie zum Geburtstag oftmals auch Geldbeträge bekommen, lassen sie es sich meistens aufs Konto überweisen.

Ich bezahle Hobbys, notwendige Kleidung, schulische Dinge und ab und an Freizeitaktivitäten, Handyvertrag.
Alles darüber hinaus, bezahlen sie selbst.
Aber das ist total überschaubar.

Ich habe auch nur wenig Taschengeld bekommen und habe seit dem 12. Lebensjahr immer irgendwelche Jobs gehabt, angefangen mit Nachhilfe, Babysitting und Tierbetreuung während Urlaubsreisen bis hin zu Ferienjobs.
Ich finde es wichtig, dass Kinder auch lernen, dass sie, wenn sie etwas Besonderes, Teures erhalten wollen, sie auch bißchen was dafür tun müssen.

Alternativ müssen sie Taschengeld, Geburtstagsgeld länger sparen.

Zwei meiner Kids haben jetzt häufiger Komparsenrollen übernommen, da sie dafür recht gut bezahlt werden.
Dafür haben sie sich dann größere Wünsche (z.B. Kauf von Nintendo Switch) erfüllt.

Ich finde beides sehr wichtig und würde ihnen Taschengeld nicht vorenthalten.

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Ich find‘s doof, wenn das Kind auf Externe und deren guten Willen angewiesen ist, um sich ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften. Richtige Arbeitsverhältnisse mit vereinbartem Lohn gehen ja frühestens ab 14… Und auch bis dahin muss ja irgendwie auch planbar sein, wenn man beispielsweise auf etwas sparen will.

Bis zum zwölften Lebensjahr hat unser Kind trotzdem gar kein Taschengeld bekommen, ehrlich gesagt aus Faulheit seitens der Eltern, aber auch, weil das Kind bisher noch keine besonderen Bedürfnisse geäußert hat. Zum zwölften Geburtstags gab‘s jetzt ein Schülerkonto inklusive Taschengelddauerauftrag, da es so langsam dann doch Inapp-Käufe und besondere Sneaker sein sollen und die Butterbrotdose von zuhause langsam uncool wird und es der Kiosk sein muss…