Wer ist Mitte 50/Anfang 60 und hat Teenager?

Hallo zusammen,
mich würde mal interessieren, wie es den Müttern so geht, die damals „spät“ Kinder bekommen haben und jetzt mit Mitte 50/Anfang 60 Teenager im Haus haben.
Wie geht es euch damit? Was ist besonders toll und was ist besonders herausfordernd?
Stresst es euch finanziell, ggf im Rentenalter Kinder in der Ausbildung zu haben?

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Ich bin "erst" 51 und habe mein einziges Kind mit 37 bekommen. Nun ja, sie ist also 14 und mitten in der Pubertät und ich bin jetzt in der Menopause. Die letzten 2 Jahre waren geprägt von meinen und ihren Stimmungsschwankungen. Nicht immer leicht, die Kombi.
Aber es überwiegen immer die positiven gemeinsamen Erlebnisse. Wir haben glücklicherweise eine innige Bindung.
Im Vergleich zu jüngeren Müttern mit Teenies empfinde ich mich (und das bestätigt die Tochter, ihre Cousinen und auch Freundinnen) entspannter, toleranter, teilweise "moderner". Ich denke, die Lebenserfahrung lässt mich vieles mit anderen Augen sehen und mich regt nichts mehr so schnell auf, bin einfach abgeklärter als Jüngere.
Finanziell haben wir uns auf die Ausbildungszeit vorbereitet, das macht mir keine grösseren Sorgen.

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Ich bin Mitte 50 und meine Jungs sind 18 und 19 Jahre alt. Ich sehe was Freude und Herausforderungen angeht, keinen Unterschied zu wesentlich jüngeren Freundinnen mit Kindern im gleichen Alter. Sind halt Teenager. Nach Meinung meiner Freundinnen sind meine pflegeleichter als andere, aber das hat - denke ich - nix mit dem Alter der Eltern zu tun. Meine Jungs würden mich vermutlich nicht mit in Clubs nehmen - aber ich bezweifele, dass sie das mit einer 20 Jahre jüngeren Mutter täten.

Und was die Ausbildung angeht: Meine Jungs wissen, dass die Zeit der mütterlichen finanziellen Unterstützung auf die nächsten 10 Jahre begrenzt ist. Wenn sie jetzt durchziehen, packen sie das locker, auf eigenen Beinen zu stehen bis ich in Rente gehen.

Grüsse
BiDi

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Ich bin Mitte/Ende 50, meine Söhne sind 18 und 20.

Erschwerend kommt hier dazu, dass mein Mann, der Vater der Kinder, vor drei Jahren starb. Das war ein denkbar schlechter Zeitpunkt. Sowieso, aber in dieser Phase der Kinder nochmal besonders.

Der Große, der immer sehr angepasst und kooperativ war, holt seine Pubertät nach und ich finde es enorm schwierig, ihn ins Leben zu schubsen. Das hat aber wohl weniger mit meinem Alter, sondern mehr mit dem fehlenden Vater zu tun, der nochmal einen ganz anderen Zugang zu ihm hatte.

Der Kleine war lange pubertös. eigentlich von Geburt an bis letztes Jahr :-) Auf einmal ist der wie neu und ein sehr freundlicher, junger Mann, der weiß, was er will. Jedenfalls so ungefähr.

Finanziell sind wir ganz gut aufgestellt, aber jetzt denke ich manchmal, dass ich nicht mehr so lange zuverlässig für sie da sein kann wie es eine 15 Jahre jüngere Mutter könnte. Allerdings ist es auch für jüngere Mütter wahrscheinlich nicht erstrebenswert, die Brut bis Mitte 30 durchzufüttern. Meine Kinder haben ein größeres Risiko, dass ihre alte Mutter von jetzt auf gleich arbeitsunfähig wird oder gar ganz ausfällt.

Ich bin an dem Punkt, an dem ich eigentlich nicht mehr 100% Mutter sein will, aber auf der anderen Seite ist es schön, dass sie noch hier sind und ich mich langsamer ans Alleinsein rantasten kann. Läuft alles ganz gut, finde ich.

LG

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Ich bin Mitte 50 und Teeniemama, habe mein Kind mit 40 bekommen. Unterschiede zu deutlich jüngeren Müttern habe ich in der Baby- und Kleinkindzeit gesehen bzw. gespürt. Der Schlafmangel, die Eintönigkeit der Babyzeit, die Anstrengung... da war ich (und auch mein Mann) mit Sicherheit deutlich stärker belastet als eine z.B. 30-jährige Mama.

Seit das Kind Schulkind ist, sehe ich keine gravierenden Unterschiede zu jüngeren Eltern mehr.
Positiv finde ich, dass es uns finanziell sehr gut geht und wir mehr Kapital haben durch unsere Jobs und das finanzielle Polster. Dieses ist deutlich größer, als bei so mancher "jungen Familie". Dadurch lebt es sich leichter und sicherer. Negativ finde ich natürlich den Gedanken, dass (rein theoretisch) mein Kind weniger Zeit mit uns "älteren" Eltern haben wird. Später halt. Aber sich darüber Gedanken zu machen, bringt leider gar nichts. Niemand kann in die Zukunft schauen.

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Hallo,

wir werden dieses Jahr beide 54, unsere jüngsten Kinder werden dieses Jahr 15, 12 und 10, die Ältesten sind erwachsen und ausgezogen.

Der fast 15j. ist schon lange in der Pubertät, die Geschwister in der Vorpubertät, bis die jüngsten Kinder erwachsen sind und alle in ein eigenes selbstständiges Leben starten, sind wir schon Rentner.

Mit Schlafmangel kämpfte ich schon als junge Mutter, unsere Kinder brauchten alle lange, bis sie durchschliefen.
Seitdem die Phase überstanden war, wir wieder ausreichend Schlaf hatten, sie tagsüber in der Kita und inzwischen alle längst in der Schule sind, wurde es entspannter.
Turbulent ist es täglich, besonders in den Ferien, wir haben nur Jungs, insgesamt sind wir aber gelassener, als beim ersten Kind.

Kinder halten einen auf Trab, ob sie uns jünger halten, weiß ich nicht.
Unser Ältester sagt ja, wenn er uns mit gleichaltrigen Kunden vergleicht, die er beruflich berät, sind wir moderner.
Ich erlebe es jetzt auch im Praktikum, mein Chef ist nur 1/2 Jahr älter als wir, hat erwachsene Kinder, mehrere Enkel. Er wirkt definitiv älter, nicht nur äußerlich, auch mit seinen Ansichten, ist mit manchem schon sehr eingefahren.
Wenn ich langjährige gleichaltrige Paare im
Umfeld sehe, deren Kinder schon lange ausgezogen sind, wirken manche schon wie ein Rentnerehepaar, leben einen eingefahrenen sehr ruhigen Alltag.
Manche in unserem Alter haben schon 3 Enkel, wir noch keine, aber dafür noch sehr viel Leben im Haus.

Die Pubertät der Großen verlief anders als jetzt, da merkt man deutliche Unterschiede, was nicht an unserem Alter liegt. Die jüngeren Kinder haben ein ganz anderes Wesen, Charakter, Temperament, die Großen waren viel ruhiger, es gibt sehr oft Geschwisterkonflikte.
Meine Schwägerin bekam mit Anfang 20 einen Wildfang, sagte immer einer reicht ihr, es blieb bei einem Kind.

Die Schulzeit unserer 3 Jüngsten verläuft jetzt völlig anders als vor Jahren, was an der Schulform liegt.
Die Ältesten waren in staatlichen Schulen bzw. auf Grund einer schweren Behinderung in einer Förderschule, die Jüngsten gehen von Anfang an alle Drei in Freie Schulen außerhalb.

Wir mussten uns in den letzten 2 Jahren aus gesundheitlichen Gründen beide beruflich verändern, ich war vor 1,5 Jahren erstmalig zur Rehakur, habe anschließend gleich eine berufliche Reha und einen GdB durchgeboxt.
Ich habe letztes Jahr eine berufliche Reha begonnen, mich nochmal auf die Schulbank gesetzt, es war ein längerer Findungsweg.
Erst wollte ich in den kaufmännischen Bereich, bin dann nochmal in den sozialen Bereich umgeschwenkt. Berufsbegleitend parallel Praktikum in Teilzeit und Schule mit Prüfungen, teilweise im Homeschooling, teilweise im Präsenzunterricht, in 1 Jahr will ich mich nach der Ausbildung selbstständig machen. Der Beruf ist mit dem Familienleben sehr gut vereinbar, bürokratische Tätigkeiten im Homeoffice kombiniert mit regelmäßigen Außendienstterminen.
Mein Mann arbeitet ähnlich, ist regelmäßig im Außendienst, parallel im Büro. Mehrere Kollegen im Büro gehen in den nächsten Jahren in Rente, er wird immer mehr im Büro eingearbeitet, wird in den nächsten Jahren weniger im Außendienst tätig sein.

Unsere 2 Ältesten wohnen inzwischen beide wieder in unserem Wohnort, wir haben ein sehr großes Grundstück, der Älteste will bald darauf bauen.

Mein Vater wird dieses Jahr 92, ich hoffe wir haben gute Gene, können unsere jüngsten Kinder noch lange begleiten.

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Liebe TE,

ich fast 59 und mein Mann 63 Jahre (Rentner). Unsere beiden Söhne (25 und 20 Jahre alt) wohnen noch bei uns. Beim Großen läuft alles normal trotz bereits zwei abgeschlossene Berufsausbildungen (die dritte läuft noch, er ist im Sommer dann fertig). Er möchte dann gerne ausziehen. Und unser Jüngster ist mehrfachbehindert durch Autismus. Da sind wir gerade dabei einen Einrichtungsplatz zu suchen. Es ist ein ist wie sein großer Bruder ein junger toller Mann, aber sehr anstrengend. Muss auf Schritt und Tritt beaufsichtigt werden. Da bleibt also nicht soviel Zeit. Ja und das stresst auch.

LG Hinzwife