Was ist los mit mir? einerseits überfordert und genervt und andererseits total auf Große fixiert

Hallo ihr lieben,
Ich (33) habe zwei wundervolle Töchter ( fast 4 Jahre und fast 1 Jahr) und einen eigentlich wundervollen Ehemann.

Unserem Leben, unserer Ehe und unserer Freude steht nur meine Psyche im Weg.
Ich bin bereits in Behandlung und es wird eine Zwangsstörung und Depression vermutet, ich nehme auch 10mg Antidepressiva tgl.

Ich bin in Elternzeit bis die Kleine vermutlich 2 J. wird und übernehme den Löwenanteil was die Kinder angeht.
Die Große ist zu 98 % der Zeit komplett auf mich fixiert und ich muss alle wichtigen Dinge übernehmen.
Die Kleine wird noch gestillt und ist ab spätestens abends auch stark auf mich fixiert.

Mit meinem Mann habe ich zwischendurch Probleme, weil immer wieder Verlustängste meinerseits bzgl. der Großen auftreten.
Sobald sie mal zu ihm will, kriege ich Panik, dass sie mich weniger lieben könnte und Papa wichtiger sein könnte.

Dazu muss ich sagen, dass sie eine circa 4-Monatige Papaphase hatte, als die kleine Maus gerade geboren war, davor war sie eher auf mich fixiert.

Jetzt sind wir wieder ein Herz und eine Seele und gerade nachts, abends, bei Trost etc, bin nur ich gefragt,

Trotz alldem gehen diese Ängste nicht weg und belasten meine Ehe, unser Familienleben und meine Lebensfreude.
Diese Angst habe ich nur auf meinen Mann bezogen, zu meinen Eltern gebe ich die Große gerne ab.

Es geht sogar soweit, dass ich unsere Wochentage so voll plane, dass mein Mann zeitlich nicht dabei sein kann und sich dadurch gar keine "Gelegenheiten" ergeben können, die mich "bedrohen" könnten.

Er fühlt sich dadurch teilweise aus dem Familienleben komplett ausgeschlossen...

Was ist nur los mit mir?
Passt die Diagnose Zwangsgedanken und Zwangsstörung?
In diesen "Momenten" hasse ich meinen Mann, zweifle an mir selbst und hasse das Leben, obwohl ich es normalerweise liebe.
Sobald die Maus mich dann wieder "braucht" gehe ich auf Wolken.....

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Nach Zwang hört sich das ( für mich) nicht an, aber durchaus nach einer psychischen Erkrankung. Gehst du denn zum Psychotherapeuten ? Warum konnte er dir noch keine sichere Diagnose nennen ? Naja die wäre auch irrelevant, wichtig ist herauszufinden was das Problem ist und was du tun kannst

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Ich bin kein Experte, aber „normal“ ist das nicht und du musst da natürlich dringend was tun.

Es ist ja schon mal gut, dass es dir auffällt und vielleicht schaffst du es sogar, dass du dir klar machst; dass das DEIN Problem ist und du dem Kind zu liebe (und natürlich deinem Mann) da „durch musst“ und die 2 Exklusivzeit brauchen. Auch wenn es sich für dich mies anfühlt!

Ich hoffe, du bekommst bald die richtige Hilfe und ihr findet als Familie wieder zueinander!

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Ui.
Da schlummert wohl irgendwas ganz ganz tief in dir. Denn rational ist es dir ja sicher klar, dass dein Denken völlig drüber ist und du extrem überreagierst.

Bitte hol dir ganz schnell Hilfe. Da muss ein Experte ran.
Wenn du so weiter machst, treibst du deinen Mann von dir weg. Und du schadest deinem Kind. Deine Tochter merkt ja deine Enttäuschung, wenn sie zu Papa will. Du stößst sie damit in eine Identitätskrise. Sie liebt ihren Papa, kriegt aber von dir suggeriert, dass das falsch ist. Dass Mama dann traurig ist. Das ist sehr schlimm für ein Kind und kann ausgeprägte Folgen haben.

Und allein kommst du da nicht raus, du kannst als erste Hilfe dir erstmal vornehmen, dich deiner Tochter zuliebe zurückzunehmen und deine Angst auszuhalten. OHNE ihr ein schlechtes Gewissen zu machen.

Vielleicht helfen dir diese Fragen erstmal:

- was genau fühlst du, wenn deine Tochter sich Papa zuwendet? Versuch das mal ganz genau zu erspüren und schreib dir das auf
- woher kennst du dieses Gefühl? Wann hat es dich bereits im Leben begleitet?
- kennst du dieses Gefühl bereits aus der Kindheit? Wenn ja, kommen Situationen hoch?
- akzeptiere die Situation. Was mir hilft, ist, das Gefühl ganz bewusst und sehr stark kommen zu lassen. Dazu solltest du alleine und ungestört sein. Lass es kommen, mach es groß. Und dann fühl einfach. Meist ist das begleitet von Weinen, Verzweiflung, körperlichen Schmerzen. Einfach atmen. Solange wie es dauernd, bis es abflacht. Und immer tief atmen. Glaub mir, das hilft.

Ich hoffe, das hilft dir etwas für den Moment. Aber bitte hol dir Unterstützung. Dein Mann wird das nicht unendlich mitmachen und wie gesagt schadest du dauerhaft deiner Tochter.

Hast du eine Idee, warum du nur bei deinem Mann so reagierst? Und nicht bei deinen Eltern?

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Hallo

Du klingst reflektiert, musst dies nun aber richtig angehen. Spreche die Situation bei deinem Arzt an, so offen wie hier. Auch mit deinem Mann musst du offen sein, wenn du ihn und eure Familie, so wie sie heute besteht, nicht verlieren willst. Damit er merkt, dass das alles nicht seine Schuld ist.
Du musst verstehen, dass dein Kind für die Sozialisierung auch andere Leute braucht, dass sie auch ihren Papa braucht. Zumal er ja ein guter Papa zu sein scheint, der Zeit mit seinem Kind verbringen möchte. Demzufolge solltest du auch nicht dein Kind zu dir „locken“, indem du es beeinflusst, dass es mit dir und bei dir schöner sei (ich weiss nicht, ob du das tust, aber falls - dann lass es bitte). Aber genau das ist das Problem bei Verlustängsten. Man kann ja nicht loslassen. Da musst du herausfinden, was dahinter steckt. Ohne Hilfe von Aussen sieht es allerdings schlecht aus.

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Kennst du es von deiner Herkunftsfamilie so? Also, dass es einen oder eine gibt, die oder der "außen vor" ist? Vater, Mutter oder Kind? Was sagt denn deine Therapeutin dazu? In was für einer Behandlung bist du denn? Psychotherapeutisch, psychiatrisch, ärztlich?

Vielleicht ist die Frage nach dem warum auch gar nicht so entscheidend für eine Lösung? Die Frage ist ja, in wie weit du bereit bist, etwas zu ändern, auch, wenn es erstmal nicht so leicht ist oder sich nicht gut anfühlt. Kannst du es bewusst mal anders machen, auch, wenn es weh tut?

Es geht um deine Tochter, der du grade die Beziehung zu ihrem Vater kaputt machst. Vielleicht fängst du mal klein an, gibt's den beiden 2 oder 3 mal die Woche eine Stunde. Dann geht es dir halt mal nicht gut. Oder du lenkst dich mit der kleinen ab, genießt mal bewusst, was man mit einer 4-jährigen nicht machen kann.

Alles Gute!

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Ich fürchte, in dieser Konstellation wird es schwierig für deine große Tochter, sich frei zu entwickeln.
Was ist, wenn sie eigene Wege gehen will, Dinge unabhängig von dir machen will, wenn sie in die Pupertät kommt und sich distanziert ?
Lass sie nicht mit dem Gefühl aufwachsen, dass sie verantwortlich ist für dein Glück und Wohlbefinden .

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"Sobald sie mal zu ihm will, kriege ich Panik, dass sie mich weniger lieben könnte und Papa wichtiger sein könnte."
Wie kommst du denn darauf? Warum sollte sich deine Tochter quasi zwischen Mutter und Vater entscheiden müssen, wen sie mehr liebt? Das ist doch Unsinn und das weißt du auch, oder? 😊 Sie liebt euch beide, ihr beide seid wichtig, Mama und Papa zusammen als Team, zusammen als Familie. Zusammen.

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Liebe TE, hast du noch vor, dich in irgendeiner Form hier zu melden und Feedback auf die Antworten zu geben?
Ich finde es sehr schade. Viele Leute, mich eingeschlossen, haben sich mit deinem Problem befasst, sich Gedanken gemacht und mehr oder weniger lange Texte getippt.
Deine Reaktion? Keine.
Ehrlich gesagt nimmt mir persönlich das etwas die Freude am Forum. Das mindeste ist doch, dass jemand, der nach Hilfe fragt und diese auch bekommt, mal ein kurzes Lebenszeichen und vielleicht ein Danke von sich gibt.
Sehr schade, dass von dir absolut nix zurückkommt.

Bearbeitet von missbalou